Mary Broad (18. Jahrhundert)
Die gebürtige Waliserin überfiel als Jugendliche in Männerkleidern mit ihren Freundinnen bevorzugt Damen auf Reisen. Dabei benahm sie sich selber nicht sonderlich "Ladylike", die überfallenden Damen mussten regelmäßig eine ordentliche Tracht Prügel einstecken. Eine Weile ging das gut, aber im Jahre 1786 wurde sie bei einer Gegenüberstellung identifiziert und wegen Diebstahls einer Haube und eines Mantels zu Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde später durch den König in Deportation nach Australien abgeändert.

Mary und ihre Mitgefangenen waren die ersten Sträflinge, die in die britische Strafkolonie Australien verschickt wurden. Auf dem langen Seeweg dorthin gebar Mary ihr erstes Kind, eine Tochter. Das Leben auf dem neuen Kontinent war hart. Hungersnöte, Streitereien und Tod durch Seuchen waren an der Tagesordnung. Die Gefangenen schufteten unter den härtesten Bedingungen, um eine Siedlung aufzubauen, die heute als Sydney bekannt ist.

Mary heiratete einen ihrer Mitgefangenen und gebar noch ein Kind. Sie war aber nicht gewillt, sich und ihrer Familie das harte Leben in der britischen Kolonie noch länger zuzumuten und wurde Anführerin einer kleinen Gruppe von Rebellen. Schließlich kaperte sie mit ihrer Bande einen Kutter und segelte Tausende Seemeilen weit nach Timor.

Dort erschwindelte sie sich und ihrer Familie mit einer erfundenen Schiffbruchgeschichte die Freiheit. Doch das Glück währte nicht lang. Ein Fahndungstrupp, der eigentlich die Meuterer der "Bounty" suchte nahm sie wieder gefangen und brachte sie nach England. Auf der Überfahrt starben in ihren Armen die beiden Kinder und der Mann an einer tropischen Krankheit.

Die Briten jedoch hatten Mitleid mit der jungen Frau, die wegen ihrer Jugendsünden so viel hatte durchmachen müssen. Ein Rechtsanwalt erwirkte ihre Begnadigung und Mary Broad wurde im Alter von 27 Jahren freigesprochen.

 

Barbara "Schleifferbärbel" Krämer (18. Jahrhundert)
Die als "Schleiferbärbel" bekannte Barbara Krämer wurde 1740 geboren. Sie lebte in ärmlichen Verhältnissen und war mit einem jähzornigen und alkoholabhängigen Scherenschleifer verheiratet. Barbara sah ihre Bestimmung nicht darin, sich mit diesen Umständen abzufinden und Kinder zu gebären. Deshalb verließ sie ihren Mann und wurde Räuberin.

Sie prügelte sich in Wirtshäusern und Spelunken mit anderen Frauen und schnitt einem Angreifer einmal die Kehle durch. Jedem Versuch einer Verhaftung wiedersetzte sie sich mit Waffengewalt. Ihr Ruf in der Bevölkerung war äußerst bescheiden. Bei ihren Zeitgenossen galt sie als stark wie ein Mann, verschlagen, lüstern, boshaft, tückisch und versoffen.

Barbara war bei ihren Raubzügen nicht nur auf Geld und Sachwerte aus, sie raubte auch Stoffe und Damenkleider. Akribisch achtete sie auf das "Outfit" ihrer Bande. Sie stickte Ornamente in die Kleidung und strickte Strümpfe für ihre Räuber. Vor Gericht wurde das später als Beweis für ihre verdorbene Eitelkeit gewertet.

Mit 50 Jahren verliebte sie sich in den 20 Jahre jüngeren Handwerksburschen Hans aus Konstanz. Dieser blieb bei ihr, bis er selber das Räuberhandwerk gelernt hatte. Danach verließ er sie, da seine Geliebte nach dem Gesetz noch verheiratet war und solche Liaisons selbst in Räuberkreisen verpönt waren. "Schleiferbärbel" Krämer erhängte sich später im Gefängnis.

 

Elizabeth Lyon (18. Jahrhundert)
Elizabeth Lyon, auch "Edgworth Bess" genannt, war mit einem wohlhabenden Soldaten verheiratet, der aber bei einem Gefecht zu Tode kam. Da nach dessem Tode niemand die unversorgte Witwe heiraten wollte, zog Elizabeth vom Lande nach London und lebte von Überfällen in den Armenvierteln der Stadt.

Später tat sie sich mit dem berühmten Räuber "John Sheppard" zusammen. Da sie immer wieder der Justiz entkommen konnten, galten sie als Räuberkönige und Ausbrecherkönige Londons. Im Jahre 1724 gelang ihnen sogar die Flucht aus dem damals am besten gesicherten Gefängnis Englands, dem "Newgate Prison". Kurze Zeit nach der Flucht wurden sie jedoch sturzbetrunken in einer Spelunke aufgegriffen. Elizabeth entkam jedoch der Hinrichtung, da sie als Kronzeugin gegen ihre Kumpane aussagte.

 

Christina Schettinger (18. Jahrhundert)
Obwohl sie, im Gegensatz zu ihren Kolleginnen, nie einen Mord begannen hatte, genoss die als "Schwarze Christina" bekannte Christina Schettinger einen äußerst schlechten Ruf bei der Bevölkerung. Zusammen mit dem als "Sonnenwirtle" bekannten Räuber war Josef Schwan zog sie raubend durch das Schwabenland. Sie war äußerst religiös, was eine Seltenheit unter den Räubern war. Und sie hatte ein kleines Kind.

Als sie am 21. Juli 1760 gehängt werden sollte, wehrte sie sich mit aller Macht gegen den Scharfrichter und rief in die Menge:

"Ist denn kein anständiger Christ da, der einer Mutter und einem Kinde helfen kann". Als Antwort kam Gelächter, die Menschen spuckten sie an und warfen mit Dreck nach ihr. Dann stieß sie der Henker vom Podest

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