Zisterzienser
Die Zisterzienser (abgekürzt OCist, von Sacer Ordo Cisterciensis) ist ein römisch-katholischer Orden der 1098 von einer Gruppe von Benediktinermönchen unter der Leitung Robert von Molesmes im französischen Cîteaux (lateinisch Cistercium) gegründet wurde. Die Gemeinschaft unterwarf sich dem Ziel, streng nach den Ordensregeln zu leben, die Benedikt von Nursia 540 für seine Mönche aufgestellt hatte (der Regula Benedicti). Auf dieser Grundlage wollten sie ausschließlich "von eigener Hände Arbeit" leben. Einnahmen aus Verpachtung und Zinsen lehnten sie ab. Der Grundsatz, die Ordensregel auf dem geradesten Weg zu verwirklichen, führte zu der für die Zeit typischen Einfachheit der Liturgie und der Schmucklosigkeit ihrer Kirchen.

Bedeutende Vertreter des Ordens im 12. Jahrhundert sind Bernhard von Clairvaux, Aelred von Rievaulx und Otto von Freising. Der Orden verbreitete sich rasch, vor allem unter dem EinflussBernhards von Clairvaux, der die Frömmigkeit der Zisterzienser so entscheidend prägte, dass sie auch als "Bernhardiner" bezeichnet wurden. (Zum Zeitpunkt seines Todes existierten in verschiedenen europäischen Staaten bereits annähernd 350 Klöster).

Die Zisterzienser erlangten durch ihre Kolonisationstätigkeit im 12. und 13. Jahrhundert, besonders im Raum östlich der Elbe, beachtliche Bedeutung. Sie schufen landwirtschaftliche Musterbetriebe, förderten Obst- und Weinbau, Pferde- und Fischzucht, Bergbau und Wollhandel, trugen aber auch sehr zur Verbreitung und Blüte hochmittelalterlicher Kultur bei.

Der gotische Baustil, anfangs nur zögernd übernommen, fand nicht zuletzt durch diesen Orden Verbreitung in ganz Europa. Wie alle Mönche widmeten sie sich der Vervielfältigung von liturgischen und theologischen Handschriften. Einige Klöster, wie zum Beispiel Himmerod in der Eifel, verfügten bereits gegen Ende des Mittelalters über große und wertvolle Bibliotheken.

Neu bei den Zisterziensern war der straffe Zusammenhalt der grundsätzlich selbständigen Klöster nach Maßgabe ihrer Gründung. Jede Abtei blieb gegenüber ihrem Mutterkloster verantwortlich, dessen Abt jährlich eine offizielle Visitation vornahm.

 

Franziskaner
Die Franziskaner sind ein im 13. Jahrhundert von Franz von Assisi (Franziskus) gegründeter Bettelorden. Die Franziskaner OFM, lateinisch ordo fratrum minorum, auf deutsch Orden der Minderen Brüder, bilden neben den Kapuzinern und den Minoriten einen der drei Zweige des ersten Ordens des Heiligen Franz von Assisi. Zu ihrer Ordenstracht zählt braunes Habit mit Kapuze, weißer Strick als Gürtel, oft auch Sandalen

Anliegen und Merkmal der Franziskaner ist ein Leben in Armut. Die Kirchen beherbergen kaum Kunstschätze und das Leben der Franziskanerbrüder ist sehr bescheiden. Eng zusammenhängend mit der Abkehr von irdischem Reichtum ist das bewusste Leben mit der Natur bzw., in den Augen des Christentums, mit der Schöpfung.

Der Franziskanerorden wurde 1210 gegründet. Die Ausbreitung des Ordens erfolgte trotz interner Auseinandersetzungen, die im 13. Jahrhundert zwischen den Spiritualen, die auf wörtliche Regelbefolgung drangen, und den Konventualen, die eine Angleichung an die älteren Orden erstrebten, entstanden waren. Die meisten Brüder führten kein Leben in Armut und Selbstverleugnung mehr. Um diese Probleme zu überwinden, teilte man den Orden 1217 in Provinzen ein. Von dort an trafen sich die Brüder jährlich zu so genannten Kapiteln. Beim Kapitel 1219 beschlossen sie, auch heidnische Länder zu besuchen, um dort die Heiden zu missionieren.

Die heutigen Franziskaner gingen aus der Observanzbewegung innerhalb des ursprünglichen Minderbrüderordens hervor. Der Orden verfügte über eine straff zentralisierte Organisation, der von einem Generalminister geleitet wurde und direkt dem Papst unterstand. Franzikus selbst verließ kurz vor seinem Tode den von ihm gegründeten Orden, da dieser ganz und gar nicht den von ihm gewiesenen Weg ging. Sinnigerweise wurde die Spiritualen, die an seiner Lehre festhalten wollten, von der Inquisition als die gefährlichsten Ketzer verfolgt, während der Gründer bereits 2 Jahre nach seinem Tod vom Papst heilig gesprochen wurde.

Erste Gruppen entstanden etwa um die Mitte des 14. Jahrhunderts in Italien, bald aber auch in Spanien und Frankreich. Kennzeichnend für diese Bewegung, die zu dieser Zeit auch in anderen Orden auftrat, war die Rückkehr zu einer strengeren Beachtung (lat. Observanz) der ursprünglichen Ordensregel. Dazu gehörten eine strenge Befolgung des Armutsideals, eine Abwendung von den Städten und die Niederlassung in Einsiedeleien. Diese Gruppen, zu denen im 15. Jahrhundert zum Beispiel Bernhardin von Siena, Johannes von Capestrano, Albert von Sarteano und Jakobus von der Mark gehörten, erhielten regen Zulauf und wurden, auch bedingt durch die Schwächung des ursprünglichen Stammordens, den sog. Konventualen, durch verschiedene äußere Einflüsse (Hundertjähriger Krieg, die Pest in den Städten, das Abendländische Schisma), schnell zu einer Mehrheit im Minderbrüderorden. 1517 trennte Papst Leo X. die Observanten endgültig als eigenen Ordenszweig von den Konventualen. Im 16. Jahrhundert ging die Reformgruppe der Kapuziner daraus hervor (seit 1619 selbstständiger Orden).

 

Kapuziner

Gegründet wurden die Kapuziner (OFMCap) 1525 durch den Franziskaner Matteo von Bascio, der eine engere Orientierung am Geiste des Franziskus leben wollte. Dabei fand er keine Unterstützung bei seinen Oberen. Doch Matteo lernte die Adlige Catarina Cybo von Camerino kennen und wird von ihr in seinem Vorhaben unterstützt. Bereits 1528 erkannte Papst Klemens VII., der Onkel Catarinas, mit der Bulle "Religionis zelus" den Orden an.

Die Kapuziner wirkten zunächst in der Fürsorge für Pestkranke. Der neuen Gemeinschaft schlossen sich vor allem Franziskaner an, die eine strengere Observanz der Regel leben wollten. 1581 kamen die Kapuziner in die Schweiz und gründeten das Kloster Altdorf. Nach München und Salzburg kamen die Kapuziner 1600, nach Münster im Jahr 1611. Sie wurden in Deutschland neben den Jesuiten zur treibenden Kraft der Gegenreformation. In der Folgezeit waren die Kapuziner bekannt für ihre Predigt- und Volksmissionstätigkeit.

 

Minoriten

Die Franziskaner-Minoriten gehören mit den Franziskanern und den Kapuzinern zu den drei großen Männerorden in der Nachfolge des hl. Franz von Assisi.

Die Minoriten oder Franziskaner-Minoriten sind eine Ordensgemeinschaft der römisch-katholischen Kirche. Sie werden auch Franziskaner-Konventualen oder, nach der Farbe ihres Habits, „Schwarze Franziskaner“ genannt. In Frankreich heißen sie, nach dem um die Hüften getragenen Seil, Cordeliers, im englischsprachigen Raum, nach dem dort üblichen hellgrauen Habit, Greyfriars. Der lateinische Ordensname lautet ordo fratrum minorum conventualium, kurz OFMConv oder OMinConv (zu deutsch: Orden der Minderen Brüder Konventualen).

Die Franziskanischen Orden gliedern sich in einen Männerorden, einen Frauenorden und einen Dritten Orden. 1517 teilte sich der Männerorden in zwei eigenständige Gemeinschaften, die Franziskaner-Minoriten und die Franziskaner oder „Braunen Franziskaner“. Heute sind sie eine kleinere Gemeinschaft als die Franziskaner oder deren etwas jüngerer Zweig, die Kapuziner.

 

Spiritualen (Fraticelli)

Bezeichnung für die Franziskaner, die auch nach der Bulle "Sancta Romana" Johannes XXII. (1317) an ihrer Position festhielten, getreu dem von Franziskus gegebenen Beispiel zu folgen, das heißt entsprechend den Geboten des Evangeliums in der Nachfolge Christi und somit vollkommener Armut zu leben. Herausragende Vertreter dieser Richtung waren Petrus Johannis Olivi und Ubertino da Casale. In ihrem Umkreis entstand um 1326 die erste Ordensgeschichte "Historia septem tribulationum" des Angelus Clarenus. Einige Fraticelli sahen Philipp von Mallorca als ihr geistiges Oberhaupt an. Nach ständiger Verfolgung durch die Inquisitoren (Johannes von Capestrano) fällt das endgültige Verschwinden mit der Ausbreitung der Observantenbewegung (seit 1368) zusammen, die Teile der Fraticelli, die in die Observanz des Ordens zurückkehren wollten, aufnahmen.

 

Dominikaner

Der Orden der Dominikaner (Ordo [fratrum] Predicatorum, abgekürzt OP, "Predigerorden"), nach den Franziskanern der zweite Bettelorden, wurde im frühen 13. Jahrhundert vom heiligen Dominikus (dem Spanier Dominikus Guzman (um 1170 - 1221)) gegründet. Zu dieser Zeit zog er durch das südliche Frankreich, um gegen die Sekte der Albigenser zu predigen. Die Dominikaner wurden einer strengen theologischen Schulung unterzogen, um Predigten zu halten und Vorbehalten gegen den christlichen Glauben zu entgegnen. Sie verpflichteten sich zu absoluter Armut und verzichteten auf jede Form von Gemeinschaftsbesitz. Sie waren (sind) vergleichbar mit den Idealen der Franziskaner, ein Bettelorden. Das erste Haus wurde in Toulouse gegründet. Papst Honorius III. bestätigte den Orden 1216, der in Predigt, wissenschaftlicher Beschäftigung mit Theologie und in der Ketzerbekämpfung seine Hauptaufgaben sah. Im Zentrum ihrer missionarischen Aktivitäten standen die Predigt und die Bekämpfung der "Ketzer".

Die Dominikaner waren an den großen Universitäten Europas bekannt. Sie waren mit der Entstehung und Entwicklung der Scholastik verbunden. Die Dominikaner stellten im Mittelalter die päpstlichen Hoftheologen; ihre berühmtesten Gelehrten waren Albertus Magnus und Thomas von Aquin und der deutsche Mystiker Meister Eckhart.

Die Tatsache, dass sie seit 1232 führend in der Inquisition tätig waren, belastete ihr Ansehen; daher ihre wortspielartige Benennung mit "Domini Canes" ("Spürunde des Herrn"). Ihr Emblem war ein Hund mit einer brennenden Fackel im Maul. - Sie tragen weißen Habit mit Kapuze und einen schwarzen Mantel. Bemerkenswert ist, dass auch herausragende Dominikaner wie Giordano Bruno und Girolamo Savonarola als "Ketzer" der Inquisition zum Opfer fielen.

Die Dominikanerinnen leben nach zum Teil unterschiedlichen Regeln in strenger Abgeschlossenheit und bilden einen Zweiten Orden neben den Dominikanern.

Der Orden strukturiert sich nach einem durchgängigen Prinzip: Wie aus den "ältesten Konstitutionen" (Distinctio II) hervorgeht, wählt der Konvent den Prior, der vom Provinzprior bestätigt wird. Die Prioren bilden mit den von ihnen eingesetzten Subprioren aller anderen Konvente einer Provinz das Provinzkapitel, das einmal im Jahr zusammentrifft und den Provinzprior (Provinzial) wählt, der vom Generalprior bzw. Ordensmeister bestätigt wird. Das jährlich zu Pfingsten tagende Generalkapitel, das den Ordensmeister wählt, wird alle drei Jahre von den Provinzialen und je zwei Brüdern der Provinzkapitel gebildet; die zwei Jahre dazwischen jedoch von den auf den Provinzkapiteln gewählten Definitoren, denen von den Provinzialen je ein Socius zugewiesen wird. Der Ordensmeister ist nur dem Papst unterstellt, aber dem Generalkapitel bzw. den Definitoren gegenüber rechenschaftspflichtig.

Eine Besonderheit des Ordens ist die "Dreier-Regel" (Inchoatio, Approbatio und Confirmatio), wonach jede Satzungsänderung auf den beiden folgenden Generalkapiteln bestätigt werden muss, um wirksam zu werden. So wurde mehrfach der Antrag gestellt, die Provinz Teutonia zu teilen (1269, 1289, 1296, 1297 und 1301), was aber erst mit dem letzten zum Erfolg führte, der 1302 approbiert und schließlich 1303 konfirmiert wurde.

 

Benediktiner

(lateinisch Ordo Sancti Benedicti), alle Mönche der katholischen Kirche, die nach der Regel Benedikts von Nursia (um 480 - um 547), Begründer des abendländischen Mönchtums, leben, der sog. Benediktregel (von Benedikt nach 530 verfasste Mönchsregel. In 73 Kapiteln ordnet sie das Klosterleben). Diese Regel verpflichtet zu Eigentumsverzicht und Keuschheit, Gehorsam und Ortsbeständigkeit. Seit dem 7. Jahrhundert schlossen sich auch Frauen auf der Grundlage dieser Regel zum gemeinsamen Leben in Klöstern zusammen. Die Benediktiner zählten im Mittelalter zu den hervorragendsten theologischen und kulturellen Lehrern des Abendlandes.

 

Kamaldulenser

1012 vom heiligen Romuald in Camaldoli gegründete Ordensgemeinschaft, die die Benediktinerregel und Einsiedlerleben verbindet. Der Orden breitete sich über Italien, Spanien, Frankreich und Deutschland aus und wirkte bei der Christianisierung Polens und Ungarns mit.

 

Vallombrosaner

(Vallombrosanerkongregation OSB). Johannes Gualbertus und seine ersten Gefährten, die von S. Miniato (Florenz) und von anderen Klöstern wie Settimo kamen, begannen im Ort Aquabella, später Vallombrosa, um 1037 ein monastisches Leben nach der Regel des hl. Benedikt zu führen mit dem besonderen Schwerpunkt auf der Armut sowohl des einzelnen wie der Gemeinschaft, der »conversatio morum« und der körperlichen Arbeit, die größtenteils den (vom hl. Johannes Gualbertus eingeführten) Konversen übertragen wurde. Gualbertus nahm das frühe Mönchtum zum Vorbild und verband wie die Kirchenväter und der heiligen Basilius Anachorese "Einsiedler" und Askese mit dem Kampf gegen die Häretiker und Schismatiker. Unter seinen ersten Schülern sind Andreas von Strumi (Biograph des Johannes Gualbertus, † 1106) und Petrus Igneus (Abt, seit 1074 Kardinalbischof von Albano, † 1089) hervorzuheben. Bereits 1038 weihte Bischof Rudolf (Rotho) von Paderborn, der von Konrad II. entsandt war, den steinernen Altar des Bethauses.

Ursprünglich handelte es sich im wesentlichen um einen Verband von Klöstern, die dem Gründer Johannes Gualbertus unterstanden; dessen erste Nachfolger mussten jedoch nicht notwendigerweise Äbte von Vallombrosa sein. Der Vorrang des Abtes des Mutterklosters wurde 1090 von Urban II. festgelegt; aufgrund dieser Stellung musste seine Wahl durch die Kommunität von Vallombrosa und alle Äbte der assoziierten Klöster erfolgen. Im 12. bis 14. Jahrhundert wandelte sich der Klosterverband des 11. Jahrhundert zu einem monastischen Orden, an dessen Spitze ein mit dem Abt von Vallombrosa identischer Generalabt stand, der in den Amtsgeschäften durch Dekane unterstützt wurde; Visitatoren übten seit 1216 die Kontrolle aus; an der Kurie wurde der Orden durch einen Procurator oder Advocatus vertreten (Vasaturo).

Die Vallombrosaner breiteten sich rasch in der Toskana, aber auch in Norditalien aus, vor allem in der Lombardei, dazu kamen weitere Klöster in Frankreich (Corneillac bei Orléans, Chezal-Benoît), auf Sardinien, Sizilien und in Rom (1198 übertrug Innozenz III. den Vallombrosanern die Basilika S. Prassede; heute Sitz des Generalprokurators). Um die Mitte des 13. Jahrhundert erwähnen die Quellen ca. 80 Abteien, etwa 30 Priorate, ferner kleinere Hospize und Frauenklöster. Anfang des 16. Jahrhunderts bestanden in Italien und im übrigen Europa mehr als 80 Abteien, rund 200 Priorate, ca. 30 Hospitäler, Pilgerherbergen, Waisenhäuser etc. und etwa 20 Frauenklöster. Die ursprünglich eisengraue, dann braune Ordenstracht ist heute der schwarzen Tracht der Benediktiner angeglichen. Den weiblichen Zweig des Ordens begründete die heilige Humilitas (* 1266 in Faenza, † 1310 in Florenz). F. Avagliano (gekürzt).

 

Kartäuser

(lateinisch Ordo Cartusiensis), katholischer Eremitenorden, 1084 in der Grande Chartreuse (Tal von La Chartreuse - Carthusia) bei Grenoble durch Bruno von Köln (um 1030 - 1101) gegründet. 1176 wurden die Konstitutionen des Karthäuserordens vom Papst Alexander III. bestätigt. Danach ist der Karthäuserorden ein streng beschaulicher Orden, der Einsiedler- und Gemeinschaftsleben miteinander verbindet. Die einzelne Kartause wird vom Prior geleitet: der Prior der Grande Chartreuse ist gleichzeitig Generalprior des ganzen Ordens. Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden zahlreiche neue Kartausen, die sich der spätmittelalterlichen Mystik, der Devotio moderna und auch dem Humanismus öffneten. Durch die Säkularisation fast vernichtet, gibt es (1981) 17 Kartausen mit 391 Karthäusern; von den seit 1145 bestehenden Kartäuserinnen gibt es heute noch vier Klöster.

 

Antoniter

(auch "Hospitaliter vom hl. Antonius"), 1095 in Saint-Didier (Südfrankreich) zur Pilger- und Krankenpflege (besonders der Betreuung von am "Antoniusfeuer") gegründete Laienbrüdergemeindschaft; ihre Satzungen waren denen der Ritterorden nachgebildet. Der Name des Heiligen wurde deswegen auf die Krankheit bezogen, weil St. Antonius (Antonius der Eremit, Antonius der Große) als Helfer gegen Hautleiden, speziell gegen solche infolge epidemischer Mutterkornvergiftung, angesehen wurde. Die Heilbehandlung der Antoniter basierte – außer auf der Bestärkung des Glaubens an die Macht des Heiligen – auf der Verabreichung von reinem, giftfreien Brot und von „Antoniuswein“; dieser enthielt Extrakte aus 14 Heilkräutern, welche entgiftende, gefäßerweiternde und schmerzstillende Eigenschaften besitzen. Innerhalb eines Jahrhunderts verbreitete sich der Orden in Italien, Spanien, Deutschland und im Hl. Land. Eine der wichtigsten Niederlassungen der dt. Provinz des Ordens wurde zu Beginn des 13. Jahrhundert im elsässischen Isenheim gegründet. Hier fanden vor allem kranke Pilger Pflege und Versorgung. 1247 gestattete Innozenz IV. die Verfassung des Konvents nach der Augustinusregel. Seine größte Ausdehnung hatte der Orden im 14. Jahrhundert, als circa 400 Antoniter-Spitäler über ganz Europa verstreut waren.

Ordenskleid war schwarzer Talar und Mantel, mit dem T-förmigen blauen Antoniuskreuz auf der linken Brustseite. 1777 wurden die Antoniter mit den Maltesern vereinigt; 1803 verschwand der Orden ganz.

 

Johanniter

(Ritterlicher Orden Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem), Ordensgemeinschaft, deren Ursprung in einem alten Hospital für Pilger und Kranke in Jerusalem liegt (gegründet 1099). Raymund von Puy (* 1120, † 1160) gab ihr um 1155 eine erste Regel. Rasche Ausbreitung und reicher Besitz vor allem im europäischen Mittelmeerraum. Ab 1137 übernahmen die Johanniter auch die Aufgabe des bewaffneten Grenzschutzes und wurde damit zum geistlichen Ritterorden im eigentlichen Sinn. 1309 übernahmen sie Rhodos und begründeten hier einen souveränen Ritterstaat. Die Auflösung des Templerordens brachte weiteren Machtzuwachs. Die Johanniter bestanden aus Rittern, die die Ahnenprobe (Adelsprobe - Nachweis und Verfahren zum Beweis legitimer adliger Abkunft in männlicher und weiblicher Linie (für mehrere Generationen) eines Probanden zwecks Erlangung weltlicher oder geistlicher Würden) erbringen mussten, aus Priestern und dienenden Brüdern, den Servienten. An der Spitze stand ein Ordensmeister (seit 1267 Großmeister; heute Herrenmeister), der vom Generalkapitel und acht Großwürdenträgern unterstützt wurde.

 

Augustiner

Zusammenfassende Bezeichnung für zahlreiche katholische Ordensgemeinschaften, die nach der auf Schriften des heiligen Augustinus beruhenden "Augustinusregel" leben. Im weiteren Sinne zählen dazu ebenso Dominikaner und Prämonstratenser, gemeint sind aber in der Regel eine der beiden folgenden Gemeinschaften:

Augustiner-Chorherren bzw. -Chorfrauen (lateinisch Canonici Augustini) seit dem 11./12. Jahrhundert. Chorherren nennt man Priester, die mit anderen zusammen in einer Vita communis, in "gemeinschaftlichem Leben" zusammenleben, zusammen beten, gemeinsam glauben und arbeiten. Auf den römischen Synoden von 1059 unter Papst Nikolaus II. und 1063 wurde die Geistlichkeit ermahnt, eine einheitliche Regel einzuführen, die den Mönchstatus mit dem aktiven Leben in der Laiengemeinschaft vereinen solle. Das Armutsgebot, die Keuschheit und der Gehorsam solle aber auch weiterhin, jedoch ohne Abkehr von der Welt, befolgt werden. Auf diese Weise wollte man auch Weltpriestern, das sind alle nicht in Klöstern oder Orden lebenden Priester, die Vorteile mönchisch-klösterlichen Lebens eröffnen. Diese priesterlichen Gemeinschaften entstanden zunächst an Bischofskirchen; später wurden daraus "normale" Klöster. Bis Mitte des 12. Jahrhunderts hatten fast alle Gemeinschaften die Regel des Augustinus eingeführt. Offiziell bestätigt wurde diese Regel durch das 4. Laterankonzil im Jahr 1215. Der Schwerpunkt der Arbeit der Augustiner liegt vor allem im Bereich der Wissenschaft. Die Augustiner-Regel betont vor allem die persönliche Vollkommenheit und sieht in der Liebe deren Kern.

 

Augustiner-Eremiten

(lateinisch Ordo Eremitarum Sancti Augustini) bilden eine vollkommen andere Gruppe, deren Ursprung sich bis ins 5. Jahrhundert zurückverfolgen lässt zu den Eremiten Nordafrikas, die die Regel des Augustinus angenommen hatten. Nach dem Einfall der Vandalen in Nordafrika im Jahr 428 errichteten einige der geflohenen Eremiten Mönchsgemeinschaften in Mittel- und Norditalien. Diese blieben unabhängig voneinander, bis sie im Jahr 1244 von Papst Innozenz IV. zu einem Orden vereinigt wurden. 1256 forderte sie Papst Alexander IV. auf, ihre Abgeschiedenheit aufzugeben und ein aktives Leben in der Gesellschaft zu führen. Als Ergebnis bildete sich einer der großen mittelalterlichen Bettelorden. Seine Mitglieder wurden in der Wissenschaft, Ausbildung und Mission tätig, der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt vor allem in Seelsorge und Bildungsarbeit.

Der Orden der Augustinernonnen, der den Augustiner-Eremiten untersteht, wurde im Jahr 1264 gegründet. Sie lebten bis 1401 in strenger klösterlicher Abgeschiedenheit.
Heute gibt es in Europa und verschiedenen Teilen Amerikas etwa 100 Augustinergemeinschaften, die im Ausbildungsbereich und im medizinischen Bereich tätig sind. Augustiner-Eremiten tragen schwarzes Habit mit Ledergürtel und einen großen Schulterkragen mit Kapuze.

 

Prämonstratenser

(offiziell lateinisch Candidus et Canonicus Ordo Praemonstratensis), katholischer Orden, zu den Regularkanonikern zählend, 1120 von Norbert von Xanten in Prémontré bei Laon gegründet. Der Orden entstand aus der mittelalterlichen Klerikerreform des 11. und 12. Jahrhunderts, die zu gemeinsamen Leben, Armut und Verbindung von zurückgezogener Beschaulichkeit mit Wanderapostulat führte. Grundlage des gemeinsamen Lebens war die Augustinusregel mit eigenen Statuten: zentral regierter Orden mit regionaler Einteilung (sogenannte Zirkarie); das einzelne Kloster ist aber selbständig. In Deutschland wurde das Kloster Magdeburg wichtigstes Zentrum für die Ostbesiedlung und Ostmission.

 

Karmeliten

(lateinisch Ordo Fratrum Beatae Mariae Virginis de Monte Carmelo), katholischer Bettelorden, der als Eremitengemeinschaft unter Führung des französischen Kreuzfahrers Berthold († 1195) 1150 am Berge Karmel entstand. Papst Honorius III. bestätigte 1226 die erste Regel, die ein strenges Einsiedlerleben vorschrieb, das auch bei der Übersiedlung des Ordens nach Europa zunächst beibehalten wurde. Eine Regeländerung 1247 glich den Karmelitenorden den Franziskanern und Dominikanern an; Pflege und Verbreitung der Marienverehrung.

 

Heilig-Geist-Orden

Hospitalorden, geht auf ein um 1170/75 in Montpellier entstandenes Heilig-Geist-Spital zurück, das von Guido von Montpellier gegründet wurde. Die aus Laien bestehende Spitalbruderschaft wurde 1198 von Innozenz III. als "regularis ordo" anerkannt und unter päpstlichen Schutz genommen.

Die Ordensbrüder trugen auf schwarzen Mänteln ein weißes Doppelkreuz und verpflichteten sich durch ein viertes Gelübde zum Dienst für die Armen und Kranken. Sie widmeten sich nach den Vorschriften der Augustinusregel und ihrer auf Guido zurückgehenden, am Vorbild der Johanniter orientierten Statuten der Hospitalfürsorge in all ihren Formen, in Rom bes. der Pilgerbeherbergung. Wie die anderen Hospitalorden unterlag der Orden zunehmend der "Verpfründung".

Der Orden, der bereits 1198 über neun Niederlassungen in Frankreich und zwei weitere in Rom verfügte, breitete sich durch Neugründungen und Übernahme schon bestehender Häuser über ganz Europa aus. Er zählte zur Zeit seiner größten Blüte (15. Jahrhundert) ca. 740 Niederlassungen. Schwere Verluste in der Neuzeit führten zu einem Niedergang des Ordens und zu seiner Aufhebung am 1. Juli 1847.

 

Florenser

(Floriazenser), von Joachim von Fiore Ende des 12. Jahrhunderts zwecks Reform des Zisterzienserordens gegründeter Mönchsorden. Da das zisterziensische Mönchtum im Laufe des 12. Jahrhunderts eine radikale Wandlung erfahren hatte und ursprünglich monastische Ziele infolge des wachsenden Reichtums und der Tätigkeit einzelner Ordensmänner für Papsttum und Kirche stärker in den Hintergrund getreten waren, erkannte Joachim, Abt der Zisterze von Corazzo (Kalabrien), die Notwendigkeit, zu der Spiritualität des Cîteaux der Ursprungsjahre zurückzukehren. Er verließ seinen Orden, das zisterziensische Generalkapitel bezeichnete ihn daher als entlaufenen Mönch, und widmete sich im Sila-Gebirge der vita contemplativa. Von seinem ersten Kloster, S. Giovanni in Fiore, nahm seine Gründung den Namen "Florenser-Orden" an. Der Orden, von Cölestin III. 1196 bestätigt, verbreitete sich hauptsächlich in Italien und bestand bis in die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Er genoss die Unterstützung der Päpste und der Staufer in Sizilien (vor allem Heinrichs VI. und Friedrichs II.), während die Angevinen ihm kaum Beachtung schenkten, und besaß mehrere Klöster im Regno, aber auch in Latium und in der Toskana. Zu den bekanntesten gehören, neben S. Giovanni in Fiore, S. Angelo am Monte Mirteto bei Ninfa und S. Maria della Gloria bei Anagni (beide Latium). Die Mönche lebten fern von den Siedlungen, leisteten Feldarbeit und widmeten sich dem Gebet und der Kontemplation. Das florensische Mönchtum steht in keinem Zusammenhang mit dem monastischen Ideal Joachims von Fiore, dessen Verwirklichung er für das Dritte Zeitalter, das Zeitalter des Hl. Geistes, erhoffte. Auch die Verbreitung der Lehren des Abts und des pseudojoachimitischen Gedankengutes erfolgte nicht im florensischen Einflussgebiet; gegenteilige Hypothesen (Reeves, Wessley) stützen sich nur darauf, dass Joachim den Florenser-Orden begründete.

 

Trinitarier

(lateinisch Ordo Sanctissimae Trinitatis de redemptione captivorum, Abkürzung OSST - "Orden der Allerheiligsten Dreifaltigkeit vom Loskauf der Gefangenen), 1198 von Johannes von Matha (* 1160, † 1213) und Felix von Valois (* 1127, † 1212) gegründeter Orden zur Befreiung (Freikauf) christlicher Gefangener und Sklaven (sie konnten fast eine Million Christen freikaufen); heute in Mission, Krankenpflege und Seelsorge (besonders für Strafgefangene) tätig; Sitz des Generalministers: Rom; seit 1236 weiblicher Zweig: Trinitarierinnen. 1609 Eingliederung in die Bettelorden; 1979 rund 950 Mitglieder in 85 Niederlassungen.

 

Klarissen

Frauenorden, gegründet 1212 in Assisi von der hl. Klara. Bis zu ihrem Tode 1253 war die Zahl der Konvente auf 150 angewachsen. Nur wenige (Florenz, Perugia, Reims, Prag) befolgten die Regel der Clara, die strengste Armut vorschrieb; die meisten machten sich die Regel Urbans IV. (1263), die Güterbesitz und den Einsatz von "servitiales" (Dienerinnen) zuließ, zu eigen (daher auch "Urbanistinnen" oder "reiche Klarissen" genannt). Der Großteil der Konvente war von bescheidenen Ausmaßen. Am Ende des 14. Jahrhunderts zählte der Klarissen-Orden mehr als 15000 Mitglieder in ca. 450 Klöstern. Infolge des zunehmenden Verfalls der Klarissenzucht bildeten sich im 15. Jahrhundert zwei Erneuerungsbewegungen aus.

 

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