Auch wenn sie nicht wirklich ins Mittelalter gehören, seien sie hier der Vollständigkeit halber erwähnt.

 

Druiden, Weise und Heiler der Kelten

Druiden, das sind in den Köpfen der meisten Menschen vor allem 2 Personen: Miraculix, der Druide in den berühmten Asterix Romanen oder aber Merlin, der väterlicher Freund des König Artus. Merlin war wohl eher ein Magier und Zauberer. Aber immerhin spielen die Lehren Merlins eine wichtige Rolle im Druidenorden. Das Bild von Miraculix hat schon etwas stimmiges aber es beschreibt die Druiden nicht wirklich. Die heutigen Druiden sind teilweise sogar ganz anders. Aber eines ist ihnen gemein: der Druide will das Gute, er will Menschlichkeit und Friede und will das Gute im Menschen ansprechen. Historisch gibt es aber wohl einen Makel: die Rolle der historischen Druiden ist nicht ganz geklärt. Man geht davon aus, das die Druiden im Altertum den Göttern neben Tieropfern auch Menschenopfer darbrachten.

 

Geschichtliches

Die Herkunft des Begriffes Druide ist unklar. Vielfach geht man davon aus, dass Wurzeln des Wortes im indogermanischen Sprachraum liegen. Man weiß es aber nicht. Eventuell wäre ein Druide gemäß geschichtlicher Deutung des Wortes soviel wie jemand, der viel weiß oder viel bzw. mehr als andere sieht. Andererseits kann Druide auch etwas im Wortstamm haben, das soviel wie Zauberer bedeutet. Das griechische Wort dryas bedeutet dagegen so viel wie Eiche.

Wie lange es Druiden gibt, ist auch nicht ganz sicher. Angeblich finden sich schon bei Plinius dem Älteren Hinweise auf Druiden. Auch Caesar erwähnte in "de bello Gallico" Druiden. In der geschichtliche Folge sollen dann besonders die Römer an der Vernichtung der Druiden maßgeblichen Anteil gehabt haben. Durch die kriegerische Eroberung der keltischen Länder sollen die Römer die Druiden praktisch ausgerottet haben. Schriftliche Überlieferungen von Druiden gibt es wohl keine. Anscheinend gaben Druiden ihr Wissen nur mündlich weiter, was in der Antike nicht ungewöhnlich war.

Was die Druiden genau waren und wie sie handelten, ist demnach auch unklar. Möglicherweise hatten die Druiden eine gesellschaftlich sehr hohe Stellung. Sie waren aufgrund ihrer Fähigkeiten das Sprachrohr der Menschen zu den Göttern. Der Druide war Rechtsgelehrter, er war Lehrer und oft Heilkundiger. Aber Druiden waren wohl auch in der Lage, beim Anrufen der Götter zum Mittel des Ritualmordes zu greifen. So brachten sie anscheinend bewusst Teile von Menschen als Ritualopfer an die Götter dar.

Druiden gab es also anscheinend lange nicht mehr, bis im Zeitalter der Aufklärung insbesondere im englischen Sprachraum das Interesse an der keltischen Kultur wieder groß wurde. Namentlich William Stukeley soll als einer der ersten Verbindungen zwischen historischen Monumenten, wie Stonehenge, und keltischer Religion hergestellt haben. Um 1717 soll in London angeblich der "Druid Circle of the Unviversal Bond" gegründet worden sein. Aus ihm soll 1781 der "Ancient Order of Druids" entstanden sein. 1792 soll es in Wales zur Weihung von jungen Druiden gekommen sein. Heute ist im Zusammenhang mit Druiden vor allem von Druiden Orden die Rede. Druidentum ist heute vor allem eine Art Religion, die dem Heidentum bzw. dem Neopaganismus zugeordnet wird. In ihrer Auslegung beziehen sich die Druiden der Neuzeit aber fast immer auf die keltischen Druiden.

 

Rolle der Druiden

Druiden waren so etwas wie Priester, jedoch mit einem extrem hohen Ansehen. Sie waren vielleicht die hochgeachtetsten Personen ihrer Zeit und relativ unantastbar. Ein Druide nahm neben seiner religiösen Rolle eine Rolle in fast allen Lebensbereichen ein. Er war Dichter, Musiker, Heilkundiger, Astrologe bzw. Astronom, Magier, Zauberer, Seher, Rechtskundiger und so weiter. Dennoch bleibt ihre genaue Funktion im Unklaren, denn wie eingangs erwähnt, gibt es wenige Belege über die Arbeitsweise und Rolle der Druiden. Ihre Spur verliert sich im Dunkel der Geschichte, um dann im Zeitalter der Aufklärung in Form der Druidenorden wieder in einer neuen Ausrichtung das Licht der Welt zu erblicken.

 

Druidenorden, zur Förderung des Guten im Menschen

Druiden, da stellt man sich einen weisen Mann, mit langem Bart und wallender Robe vor. Einer der immer um Harmonie bestrebt ist, der ausgleichend wirkt. Und einer der viel geheimes Wissen besitzt. Damit liegt man gar nicht mal ganz so schlecht. Ein Geheimbund ist der Druidenorden aber nicht, am ehesten wird der Orden als geschlossene oder diskrete Gesellschaft betrachtet. Die Logen sind dabei in der Regel in Vereinsregistern offiziell eingetragen. Die Druidenorden sind weltweit aktiv. Es handelt sich bei den Orden um ein typisches Logensystem. Die Wurzeln der Druidenorden liegen dabei immer im keltischen Kulturkreis. Der Druidenorden wurde jedoch erst im Zeitalter der Aufklärung begründet. Einhelliges Ziel der Druidenorden ist dabei die Förderung von Menschlichkeit, Toleranz und Freundschaft unter den Mitgliedern. Das lässt sich ausweiten auf die Aussage, dass Druidenorden grundsätzlich an der Förderung des Guten im Menschen interessiert sind.

 

Geschichtliches zum Druidenorden

Eine erste geschichtliche Erwähnung findet sich schon 1717, als in London angeblich der Druid Circle of the Universal Bond gegründet wurde. Aus ihm soll 1781 der Ancient Order of Druids entstanden sein. Man berief sich auf die Tradition der keltischen Druiden. Der Ancient Order wuchs sehr rasant, weshalb sich 1833 eine Gruppe abspaltete die sich United Ancient Order of Druids nannte und eine eigene Großloge bildete. Das deutsche Pendant ist der Vereinigte alte Orden der Druiden. Die Druiden Orden breiteten sich auch weltweit schnell aus. Die erste Loge in Deutschland wurde recht spät, 1872, gegründet. Sie besteht heute noch. Durch deutsche Emigranten kam der Orden um 1912 in die Schweiz. Obwohl schon um 1908 die Gründung einer Welt Großloge beschlossen wurde, wurden erst um 1913 alle Orden in eine gemeinsame Weltloge integriert. Über die Mitgliederzahlen in den Druidenorden gibt es keine genauen Zahlen, man geht aber heute von bis zu 2 Millionen Mitgliedern weltweit aus. Schwerpunkte sind dabei England und die USA, sowie Australien, Deutschland und einige skandinavische Länder.

 

Aufbau und Organisation der Druidenorden

Der Druidenorden ist hinsichtlich seiner Organisation ein typisches Logensystem. Kleinste Einheiten sind für gewöhnlich lokale Logen. Diese fasst man in Großlogen, aufbauend auf dem föderalen Prinzip oft in Regionale, Landeslogen oder nationale Logen, zusammen. Nationale Großlogen sind dann in der Regel der International Grand Lodge of Druidism angeschlossen, einer weltweiten Organisation. Diese International Lodge sitzt in London und besteht seit 1908 bzw. 1913, je nach geschichtlicher Auslegung. Der Druiden Orden ist ein Männerbund, das heißt in der Regel sind keine Frauen im Druidenorden tätig. Allerdings soll es angeblich auch reine Frauenlogen geben. Die Aufnahmebedingungen in den Druidenorden sind anscheinend ziemlich restriktiv, über die genauen Riten ist jedoch nur wenig bekannt. Auch wird über die Mitgliedschaft und über die Tätigkeit wenig erzählt. Druidenorden sind zwar keine Geheimgesellschaften, aber zumindest könnte man sie als "geschlossene oder diskrete" Gesellschaften bezeichnen. Aufnahme findet man normal in der kleinsten Einheit, einer lokalen Loge. Mindestalter zur Aufnahme ist 25 Jahre. Vor Beantragung der Aufnahme sollte man jedoch an einigen offenen Logensitzungen teilgenommen haben. Über die Aufnahme entscheiden die Mitglieder in geschlossener Sitzung durch den Wurf schwarzer und weißer Kugeln. Das Aufnahmeritual ist recht feierlich, man wird dabei in schriftlicher und mündlicher Form dem Ordensziel verpflichtet. Die Logen sind für gewöhnlich eingetragene Vereine, die ganz offiziell in den Vereinsregistern eingetragen sind.

Unterste Gliederung ist ein Gradsystem, wie man es von anderen Gesellschaften auch kennt. Dabei ist der Neuling ein so genannter Ovat 1. Grad, der Barde gehört dem 2. Grad an und der Druide bildet den 3. Grad. Befördert wird man nach Sitzungen durch die Stimmen der Logenmitglieder die mindestens dem dritten Grad angehören. Ab dem dritten Grad wird dann das so genannte Hochgradsystem gebildet. In die Grade 4 bis 6 wird man durch die Großloge befördert, der 7. Grad wird in Deutschland nur vom Präsidium verliehen.

 

Die Hochgrade sind:

4. Grad: der Kapitelgrad. Man muss mindestens 5 Jahre Druide sein und besonderes Engagement bewiesen haben.
5. Grad: der Ringgrad. Man muss mindestens 5 Jahre Mitglied des Kapitelgrades gewesen sein und wiederum besonderes Engagement bewiesen haben.
6. Grad: der Alterzgrad. Man muss mindestens 5 Jahre Mitglied des Ringgrades gewesen sein und wiederum besonderes Engagement bewiesen haben
7. Grad: der Rittergrad. Der Rittergrad wird nur durch das Präsidium an besonders verdiente Beamte des Präsidiums verliehen.


Ganz oben in einer Loge steht der so genannte Edelerz. Er ist der Logenvorsitzende. Der stellvertretende Vorsitzende ist der Untererz. Darunter werden vereinstypische Vertreter gewählt, zum Beispiel ein Schatzmeister und ein Schriftführer. Ausgeschiedene Vorsitzende werden, ähnlich dem Ehrenvorsitzenden, zum Altedelerz der Loge.

 

Inhalte und Ziele der Druidenorden

Wie eingangs erwähnt, will der Orden Toleranz und Menschlichkeit, Brüderlichkeit oder auch Wohltätigkeit verbreiten. Dies gilt nicht nur untereinander sondern auch nach außen gegenüber allen Menschen. Ein Druide will zum Weltfrieden beitragen und das geistige Wachstum fördern. Druidenorden suchen Schönheit und Wahrheit in der Natur. Häufig findet man bei den Druiden die so genannten

 

  • Sieben Regeln vor, auch gerne als die Lehren Merlins bezeichnet:
  • Befleißige dich, deine Kenntnisse zu mehren, denn Wissen ist Macht.
  • Wenn du Macht hast, übe sie mit Vernunft aus, und sei eingedenk, dass sie wieder aufhören kann.
  • Ertrage des Lebens Übel mit Standhaftigkeit, und bedenke, dass irdischer Kummer nicht ewig währt.
  • Übe die Tugend, denn sie gibt Frieden.
  • Verabscheue das Laster, es bringt Unglück und Sorge.
  • Sei ein guter Bürger deines Vaterlandes.
  • Übe die geselligen Tugenden, so wirst du von vielen Menschen geliebt werden.

 

Druidenorden stützen sich, wie die meisten Logensysteme, auf bestimmte Symbole. Das bekannteste Symbol dürfte dabei der siebenzackige Druidenstern sein. Man beachte die Anzahl sieben, welche die sieben Regeln symbolisieren. Weitere wichtige Symbole sind die Eiche, symbolisiert Stärke und Kraft, der Druidenstein, steht für Beständigkeit, Flamme der Erkenntnis und Wissen, Mistel, die Erneuerung, Sichel, für die Zielstrebigkeit, Harfe, für Harmonie und Frieden, Globus, für die globale Verantwortung für die Erde.

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